Da ich wirklich nicht will, daß einige wunderbare Wörter aussterben, habe ich den Hilferuf wohl verstanden und etwas zu ihrem Erhalt beigetragen. Jetzt halten sie mindestens noch ein Jährchen. (Mehr Infos zum Thema gibts bei http://www.bedrohte-woerter.de)
Rettet das Wort.
Es war schon spät – so kurz nach neun
als ich so durch die Gassen streun.
Vorbei an Mode-, Kauf- und Lichtspielhaus
wollt ich halt noch zur Kneipe raus.
In diesem Kleinod bin ich gern,
den dort bedient mein Augenstern.
Vergessen ist dort Tages Qual
ein Bier, ein Kuss wird mein Labsal.
Meine Maid mir hold gestimmt,
mir nun noch weit’re Gläser bringt.
Die vierte Maß tu mir zugute
da wird ’s mir blümerant zu mute
nun aber auf die Schnelle
hinaus zu der Nasszelle
Ein Dreikäsehoch blockiert die Strecke
den schubs ich rüde in die Ecke.
Hier zählt das Recht der Straße
bauchpinseln hilft nicht meiner Blase.
Da diese Last nun von mir fiel
wähl ich den Schankraum neu zum Ziel.
Ich nestle noch an meinem Schlüpfer,
da steht der üble kleine Hüpfer.
Er hat, so schimpft er, tobt und bellt,
fernmündlich Polizei bestellt.
Was bleibt mir übrig außer Fluchen,
ich werde wohl das Weite suchen.
Und all die Wörter steck ich ein,
hinaus zur Tür und renne heim.
Werd’ niemals fort sie geben,
sie sprechen, schreiben all mein Leben.
© 2007 Ekkehard Beck